Studie: zu wenig Klarheit in der Altersvorsorge

28. Januar 2015
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PRESSEMITTEILUNG

MLP-Studie: Standmitteilungen setzen von Versicherten zu viel Fachwissen voraus – ein verständlicher und einheitlicher Überblick fehlt. Die Untersuchung ist ein deutlicher Hinweis auf notwendigen Verbesserungsbedarf bei Informationen zu Alterseinkünften.

Die unabhängige Deutsche Renten Information hat eine Studie zur aktuellen Situation und zur Qualität von Standmitteilungen angeregt, die nun vom Finanz- und Vermögensberater MLP durchgeführt wurde. Die Untersuchung ist für die Deutsche Renten Information ein erster Schritt, um Informationsdefizite in der Altersvorsorge offen zu legen.

Die Versicherer informieren ihre Kunden jährlich mithilfe sogenannter Standmitteilungen über die Höhe ihrer zu erwartenden Altersversorgung. Zwar werden die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, die Standmitteilungen enthalten aber oft nicht alle wesentlichen Vertragsdaten oder sind zu kompliziert formuliert. In einigen Fällen müssen die Versicherten selbst noch Berechnungen anstellen, um zu erfahren, was sie realistisch zum Renteneintritt erwarten können. Im gesamtgesellschaftlichen Interesse ist daher das erklärte Zukunftsziel ein Mindeststandard für Altersvorsorge-Informationen, der für die Bürgerinnen und Bürger eine selbsterklärende Wirkung entfaltet.

Andreas HackethalDazu erläutert der Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Renten Information, Prof. Dr. Andreas Hackethal: „Ohne verständliche und verlässliche Informationen ist eine eigenverantwortliche Altersvorsorge nicht möglich. Es ist nachteilig, dass viele Verbraucher keine ausreichend verständlichen Informationen darüber haben, was sie aus der gesetzlichen, privaten und betrieblichen Vorsorge erwarten können. Die Studie zu den Standmitteilungen zeigt, dass mehr Transparenz im aktuellen System der Altersvorsorge notwendig ist.“

Der Vorsitzende des Beirates der Deutschen Renten Information, Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates Deutschland, fordert mehr Klarheit, um die individuelle Altersversorgungssituation bewusst zu machen: „Defizite bei den Informationen zur Altersvorsorge behindern die eigenverantwortliche Vorsorge, für die ein einheitlicher und klarer Informationsstandard gebraucht wird. Angesichts des demographischen Wandels, der Überforderung unserer Sozialsysteme und der Komplexität des Themas brauchen die Menschen Informationen, die sie verstehen. Je transparenter für die Bürger ihre Versorgungslücken werden, desto eher können wir sie zu einem bewussten Umgang mit dem Thema Alterseinkünfte anregen und für den Erhalt des Generationenvertrages gewinnen. Diese Studie ist für uns ein erster wichtiger Schritt zur Verbesserung der Informationen zur Altersvorsorge.“

Die Deutsche Renten Information ist eine neutrale digitale Plattform, die zukünftig die relevanten Daten zur Altersvorsorge individuell zusammenfassen und visualisieren soll. Nach skandinavischem Vorbild kann jeder den Überblick über seine Rentenansprüche und den Versorgungsstand mit wenigen Klicks abrufen.

Die Deutsche Renten Information ist als unabhängiger Verein organisiert, um zentrales Bindeglied zwischen Politik, Gewerkschaften, Verbänden, Arbeitgebern, Versicherungs- und Finanzwirtschaft sowie Wissenschaft und Medien zu sein. Neutralität und Eigenständigkeit sind wichtige Grundlagen der Initiative.

Download > Studie Standmitteilungen (PDF)
Download > DRI Pressemitteilung “Studie: zu wenig Klarheit in der Altersvorsorge” (PDF)

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